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Fair Usage Policy von Shopware: was steckt dahinter?

Fair Usage Policy bei Shopware: Was sie für Händler bedeutet – und warum du deine einzelnen Umsatzkanäle jetzt genau untersuchen solltest. Inklusive wichtiger Updates zur aktuellen Entwicklung, Verhandlungsmöglichkeiten und strategischen Empfehlungen – siehe das Update am Ende des Beitrags.

Fair Usage Policy von Shopware: was steckt dahinter?

Um die neue Fair Usage Policy von Shopware ist einiges an Verunsicherung entstanden. Vor allem auf LinkedIn und in Foren fragen sich viele Händler: „Bin ich betroffen?“ oder „Was passiert, wenn ich nichts unternehme?“

In diesem Artikel möchte ich Dir zeigen, was die Regelung wirklich bedeutetwen sie betrifft, und warum sie durchaus kritisch zu betrachten ist – vor allem im Hinblick auf Marktplatzverkäufe und POS-Systeme.

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Was steckt hinter der Fair Usage Policy?

Shopware verlangt künftig von Händlern mit einem Jahresumsatz über 1 Mio. Euro den Wechsel in einen kostenpflichtigen Plan (Rise, Evolve oder Beyond). Wer diese Grenze überschreitet, muss in einen dieser Pläne wechseln, sonst verliert man den Zugang zum Shopware Store und zum Shopware Account – beides essenziell für den laufenden Betrieb eines Shops.

Die Ermittlung des Umsatzes erfolgt über das offizielle GMV-Plugin, das die Umsätze automatisch an Shopware übermittelt.


Was zählt zum Umsatz? Eine wichtige Erkenntnis

Ursprünglich war die Annahme, dass nur der reine Shop-Umsatz relevant sei – also das, was über den Verkaufskanal „Onlineshop“ erwirtschaftet wurde. Doch laut offizieller Shopware-Dokumentation zum GMV-Plugin gilt:

„Die Erweiterung überträgt ausschließlich aggregierte GMV-Daten, die den gesamten Umsatz darstellen, der durch deine Shopware-Installation über einen bestimmten Zeitraum generiert wurde (...).“

Das bedeutet:

  • Alle Umsätze, die innerhalb der Shopware-Installation verarbeitet werden, fließen ein.
  • Dazu gehören auch Marktplätze wie Amazon, eBay oder Kaufland – sofern sie über Plugins wie Magnalister angebunden sind.
  • Auch POS-Verkäufe (Kassensysteme) werden gezählt, wenn sie über Shopware laufen.

Mit anderen Worten: Nicht nur der Onlineshop-Umsatz zählt – sondern die Gesamtheit aller durch Shopware abgewickelten Verkäufe.

Shopware selbst spricht davon, dass lediglich 5% der Community-Edition-Nutzer von der Änderung betroffen sind. Dieser Aussage kann man unter den geschilderten Konditionen nicht wirklich trauen.


Warum das kritisch ist

Aus meiner Sicht ist diese Berechnungsgrundlage problematisch, und zwar aus mehreren Gründen:

  1. Verzerrtes Bild vom Shop-Umsatz
    Shopware macht keinen Unterschied zwischen dem klassischen Onlineshop und externen Kanälen. Damit wird Umsatz angerechnet, der gar nicht durch Shopware selbst „erwirtschaftet“ wurde. Marktplätze haben eigene Verkaufslogiken, Zielgruppen und Gebührenstrukturen – die Leistung liegt hier also beim Marktplatz, nicht beim Shop.
  2. Doppelte Belastung für Händler
    Händler zahlen bereits Provisionen an Marktplätze wie Amazon oder eBay. Wenn diese Umsätze dann auch noch die Bemessungsgrundlage für einen kostenpflichtigen Shopware-Plan bilden, entsteht eine doppelte Gebühr – für denselben Umsatz.
  3. Sinkender Stellenwert des Shopware-Frontends
    Wer als Händler vor allem über Marktplätze oder POS verkauft, fragt sich zurecht: Warum soll ich zusätzlich für Shopware zahlen, wenn mein Umsatz gar nicht durch den Onlineshop entsteht?
    Die Folge: Shopware wird zunehmend nur noch als ein Tool unter vielen betrachtet – und nicht mehr als zentraler Plattform für die Online-Aktivitäten. Das schmälert langfristig den strategischen Wert der Plattform für viele Händler.

Was können Händler tun?

Die einzige Möglichkeit, um ein realistisches Bild vom tatsächlichen Onlineshop-Umsatz zu vermitteln, besteht aktuell darin, externe Kanäle vollständig von der Shopware-Installation zu trennen.

Das bedeutet konkret:

  • Keine Anbindung von Marktplätzen über Plugins wie Magnalister oder ChannelPilot, wenn diese Umsätze nicht in die GMV-Berechnung einfließen sollen.
  • POS-Systeme separat führen, ohne Integration in Shopware.
  • Alternativ: Verwendung externer Middleware, die Bestellungen verarbeitet, ohne sie durch Shopware laufen zu lassen.

Nur so wird gewährleistet, dass Shopware wirklich nur den Umsatz misst, den der Onlineshop generiert – und nicht den kumulierten Wert aller Verkaufsaktivitäten.


Fazit: Transparenz sieht anders aus

Die Fair Usage Policy ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht für Shopware nachvollziehbar – ein Open-Source-System kostet in der Wartung Geld, vor allem wenn es professionell weiterentwickelt wird. Doch die aktuelle Umsetzung trifft ausgerechnet die Händler, die Shopware nur als einen von mehreren Vertriebskanälen nutzen – und sich besonders professionell aufstellen.

Die Erkenntnis daraus lautet: es wird für alle teurer.

Transparente Kommunikation sieht anders aus. Und wer den Händler in den Mittelpunkt stellen will, sollte auch ermöglichen, dass Umsatz differenziert betrachtet werden kann – statt alle Verkäufe pauschal zusammenzurechnen.

Ich bin definitiv kein Gegner von Gebühren und bezahle selbstverständlich Geld für Software. Es muss klar sein, dass beide Seiten an einer Software Spaß haben. Der Schritt von Shopware ist meiner Meinung nach allerdings mehr als kritisch zu betrachten, da sie mehr Umsatz als Kalkulationsbasis heranziehen als effektiv über Shopware erzeugt wird.


Mein dringender Appell an Shopware:

Shopware sollte die GMV-Erhebung feiner aussteuern und Händlern die Möglichkeit geben, zwischen den Umsatzquellen zu unterscheiden. Nur so kann die Plattform langfristig als fairer Partner wahrgenommen werden – und nicht als zusätzlicher Kostenfaktor.

Die Entwicklungen hier sind dynamisch. Ich werde weiter über die Entwicklungen berichten.


Update vom 25. März 2025 – Wichtige Ergänzungen zur Fair Usage Policy

In den letzten Tagen hat sich einiges getan, was die Diskussion rund um die Fair Usage Policy betrifft – und es gibt neue, praxisrelevante Erkenntnisse, die ich unbedingt mit Dir teilen möchte.

Planungssicherheit durch individuelle Vereinbarungen

Ein wichtiger Punkt, der etwas untergegangen ist: Es besteht die Möglichkeit, mit Shopware individuelle Verträge zu schließen und sich damit feste Konditionen über mehrere Jahre zu sichern. Das schafft die Planungssicherheit, die vielen Händlern aktuell fehlt.

Mein Rat: Das Gespräch mit Shopware suchen

Falls Du mit Deinem Shop an der 1-Million-Euro-Grenze kratzt oder diese bereits überschritten hast, solltest Du nicht zögern, aktiv das Gespräch mit Shopware zu suchen. Die Vergangenheit zeigt: Es lassen sich durchaus faire und partnerschaftliche Lösungen finden – vor allem, wenn man offen kommuniziert, welche Kanäle und Umsätze betroffen sind.

Fairer Beitrag zur Weiterentwicklung

Aus meiner Sicht ist es auch legitim, dass Händler, die mit Shopware signifikante Umsätze erzielen, einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Software leisten. Ein stabiles und wachsendes Shopsystem ist schließlich kein Selbstläufer – und wer professionell arbeitet, profitiert von einer lebendigen Plattform, die regelmäßig gepflegt und verbessert wird.

Shopware bleibt ein starkes System

So kritisch ich die Kommunikation rund um die Fair Usage Policy auch sehe – eines möchte ich klarstellen: Shopware ist und bleibt ein leistungsfähiges, solides Shopsystem, das viele Vorteile bietet. Die Plattform hat enormes Potenzial, besonders wenn sie als zentraler Baustein einer durchdachten E-Commerce-Strategie genutzt wird. Die Art und Weise, wie die Policy eingeführt wurde, war sicherlich nicht ideal – aber das System selbst hat diese Debatte nicht verdient.

Mein Fazit: Wer betroffen ist, sollte nicht in den Frust-Modus verfallen (so wie ich weiter oben), sondern sich strategisch aufstellen und vor allem das direkte Gespräch mit Shopware suchen. Nur so lassen sich Lösungen finden, die für beide Seiten tragfähig sind.


Update vom 27. März 2025 – Einordnung und aktuelle Entwicklungen

Die letzten Tage waren turbulent – in der Community, auf LinkedIn und in vielen direkten Gesprächen. Es wurde viel diskutiert, kritisiert, hinterfragt. Verständlich, denn gleich mehrere Änderungen treffen gerade aufeinander:

  • Ab einem Jahresumsatz von 1 Mio. Euro, der über eine Shopware-Installation erfasst wird, ist ein kostenpflichtiger Plan verpflichtend – sonst droht der Verlust des Zugangs zum Shopware Account und zum Store.
  • Gleichzeitig bringen sich ein alternativer Plugin-Store als neue Optionen in Stellung.
  • Und auch die Abschaltung der Premium Themes hat für Gesprächsstoff gesorgt.

Zeit für eine sachliche Einordnung

Trotz all der Dynamik gilt: Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Denn: Wer proaktiv auf Shopware zugeht, hat gute Chancen, faire und langfristige Lösungen zu finden. Firmen berichten aktuell davon, dass die monatlichen Lizenzgebühren individuell verhandelbar sind – teilweise mit mehrjährigen Verträgen, die für Planungssicherheit und stabile Kosten sorgen.

Das schafft Klarheit – und nimmt vielen die Sorge vor unkalkulierbaren Ausgaben.

Shopware bleibt eine starke Lösung

Unabhängig von der Kritik an der Kommunikation: Shopware bleibt eine leistungsfähige, moderne und stabile Plattform, mit der sich anspruchsvolle E-Commerce-Projekte effizient umsetzen lassen. Die Software entwickelt sich kontinuierlich weiter und bietet auch in Zukunft eine gute technische Basis – sei es für klassische Shops, hybride Vertriebskanäle oder moderne Headless-Ansätze.

Mein Fazit: Nicht verrückt machen lassen – sondern informiert bleiben

Die aktuelle Situation zeigt vor allem eines: Wie wichtig es ist, fundierte Informationen einzuholen und die Lage für das eigene Geschäftsmodell realistisch einzuschätzen. Wer sich verunsichert fühlt oder mit dem Gedanken spielt, auf Shopware zu setzen, sollte das persönliche Gespräch suchen – mit Shopware selbst oder mit erfahrenen Partnern, die den Markt überblicken.

Ich bin überzeugt: Gerade jetzt lohnt es sich, ruhig und strategisch zu handeln.

Marcel Krippendorf Profilbild Marcel Krippendorf
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